http://www.christies.com/%5Cimages%5Cpages_content_archive_NEW%5C2013%5Ccrick-image-340.jpg

„Jim Watson und ich haben wahrscheinlich eine wichtige Entdeckung gemacht …“ Dies sind die ersten Worte eines Briefes, den der Forscher Francis Crick am 19. März 1953 an seinen Sohn schickte. Im Jahr 2013 wurde dieser Brief im Auktionshaus Christie’s versteigert – für die Rekordsumme von rund 4,5 Millionen Dollar.

Als sein Sohn das Schreiben erhielt, lag der Junge krank im Bett und konnte sich intensiv mit dem Brief auseinandersetzen, ganz so wie es ihm sein Vater nahelegte:

„Lese dies sehr genau, damit du es verstehst. Wenn du nach Hause kommst, zeigen wir dir das Modell. In Liebe, Daddy.“

Francis Crick hat seinen Sohn nicht grundlos um besondere Aufmerksamkeit gebeten. In seinem Brief erklärte er seinem Kind nichts anderes als die Struktur und den Aufbau der menschlichen DNS – einer Entdeckung, von der selbst die Fachwelt noch nichts wusste. Der Brief ist damit ein denkwürdiger Beleg für die Geburt der Genmedizin überhaupt:

„Wir haben ein Model für die Struktur der Des-oxy-ribo-nuklein-säure (aufmerksam lesen), kurz DNS, gebaut (…)

Unsere Struktur ist sehr schön. DNS kann man sich als eine sehr lange Kette vorstellen, aus der flache Teilchen rausgucken. Die flachen Teile nennt man „Basen“. Die Formel sieht ungefähr so aus: …“


http://abcnews.go.com/images/US/bn_dna_helix_letter_nt_130411_wblog.jpg

Einer der letzten Sätze fasst die enorme Bedeutung der Entdeckung zusammen:

„Oder anders ausgedrückt: wir glauben, dass wir den grundsätzlichen Kopiermechanismus entdeckt haben, durch den Leben wieder Leben erzeugt.“

Ein anonymer Bieter ersteigerte den Brief für 4,5 Millionen Euro – selbst das traditionelle Auktionshaus Christie`s war verblüfft. Dort rechnete man mit einer Summe von rund 1,5 Millionen Euro. Francis Crick hätte sich über den üppigen Betrag sicher gefreut: Sein Sohn vermachte die Hälfte des Geldes dem Salk Institute in Kalifornien, wo der Entdecker der DNS-Doppelhelix zuletzt lehrte.

Advertisements