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Otto von Bismarck ist eine der meist diskutierten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Bekannt als taktischer, knallharter aber auch nicht unumstrittener Staatsmann, der von der Gründung des deutschen Kaiserreichs 1871 bis 1890 die Geschicke des Landes lenkte.

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Briefe sind etwas sehr menschliches, die humorvoll, melancholisch oder liebevoll verfasst sein können. Wie der bereits in unserem Blog vorgestellte Brief Bismarcks an seine Schwester zeigte, war Bismarck nicht immer nur der ernste Politiker. Auch sein Verlobungsbrief an seine spätere Frau Johanna von Puttkamer und deren Familie zeigt, wie einfallsreich der große Lenker des deutschen Reiches bei Herzensangelegenheiten sein konnte. Der zu dieser Zeit hochverschuldete junge Otto von Bismarck, der Johanna zuvor durch Freunde kennengelernt hatte, ist in Pommern als Lebemann verschrien. Die Familie seiner Auserwählten hingegen bekennt sich zu einem tiefen und frommen Glauben, dem auch ihr einziges Kind folgt. Er schreibt seinen Schwiegereltern einen ellenlangen Brief, in dem er seine religiöse und bescheidene Seite gekonnt in den Vordergrund bringt. Beinahe selbstkritisch bittet er die Brauteltern um eine Einladung in ihr Landgut um sich persönlich vorzustellen. Die über die Art und Weise des verfassten Briefes überraschten Eltern willigen ein und bei seinem Besuch schafft Bismarck Fakten. Als seine Auserwählte zu dem Gespräch kommt umarmt er sie. Und sie umarmt ihn zurück. Die Geste überzeugt die Eltern von Bismarcks Aufrichtigkeit und sie stimmen der Verlobung zu. Es ist also ein Brief, der am Beginn der harmonischen Ehe von Bismarck und seiner Frau steht.

Auch später prägen Briefe das Leben der Eheleute Bismarck. Er nennt sie seinen „irdischen Engel“ und das „Allerliebste“, das er hat und beteuert immer wieder, dass sein Leben ohne seine geliebte Frau keinen Sinn ergebe. Die Korrespondenz des Paares zeigt beeindruckend die Entwicklung dieser großen Liebe. Die beiden so unterschiedlichen Charaktere müssen sich zunächst aufeinander einstimmen. In einem ihrer ersten Briefe schreibt sie an ihn: „Sei nicht so gewaltig stolz, so daß ich kaum weiß, wie ich mich recht benehmen soll.“ Sie lernt mit diesem Stolz umzugehen und kennt ihren Bismarck wie keiner sonst. In ihren Briefen können sich die beiden auch während der langen Zeiten des Getrenntseins, der Tribut, den das Politikerleben fordert, sich ihrer Liebe versichern. Ihr Tod ist für den Politiker der schwerste Schicksalsschlag seines Lebens, von dem er sich nie mehr erholt.

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